Informationen rund ums Meerschweinchen


Meerschweinchen Kommunikation

Die Kommunikation zwischen Meerschweinchen ist sehr vielseitig und für die Tiere lebensnotwendig, da sie in der Natur in großen Familienverbänden von 20 und mehr Artgenossen zusammenleben. Familiäre Kontakte werden besonders mit Hilfe von Stimmfühlungslauten hergestellt. Meerschweinchen besitzen eine eigene Laut- und Körpersprache, welche bei den Jungtieren bereits im Mutterleib beginnt.


Kommunikation ist ein wichtiger Aspekt im Leben der Meerschweinchen. Werden sie allein gehalten, verlieren sie ihre natürlichen Verhaltensweisen und verkümmern. Auch die vielerorts beliebte Haltung einzelner Meerschweinchen mit Kaninchen ist nicht empfehlenswert und führt bestenfalls zu einer Art Zweckgemeinschaft. Meerschweinchen würden auch hier verstummen, da Kaninchen nicht in der Lage sind, die Kommunikation zu erwidern.

Lautsprache der Meerschweinchen

Meerschweinchen können mit Hilfe von Pfeif- und Gluckslauten spezielle Situationen unterscheiden und erkennen. Säugende Mütter rufen ihre Kinder, auch die Jungtiere fiepen, haben sie die Mutter aus den Augen verloren. Gehen Böcke auf Brautschau, "brommseln" sie, ein langsames Wiegen des Körpers oder Hinterteiles wird begleitet von einem Brummen. Diese Verhaltensweise tritt auch auf, wenn Böcke um ihre Rangordnung streiten.

Geräusche, dem Schnurren einer Katze ähnlich und auch "purren" genannt, erzeugen Meerschweinchen, wenn sie ein unbekannter Laut beunruhigt. öffnet der Mensch den Kühlschrank oder die Wohnungstür und vernimmt ein Quieken seiner Meerschweinchen, kann er sicher sein, das es sich dabei um ein Betteln um Nahrung oder Aufmerksamkeit handelt. Genießen die Meerschweinchen ihre Streicheleinheiten oder Auslaufmöglichkeiten, unterstreichen sie ihre Zufriedenheit durch leises Glucksen und Gurren, es kann vorkommen, dass jeder Schritt von einem Mucken begleitet wird. Meerschweinchen-Mamas gurren auch oft, um ihre Jungen zu beruhigen.

Das lauteste, jedoch recht seltene Geräusch, welches man von Meerschweinchen zu hören bekommt, ist das "cirpen". Ein kräftiger, dem Vogelgezwitscher ähnlicher Ton, welcher dem Tier große Anstrengung kostet und unter ganzem Körpereinsatz erfolgt. Alle anderen Meerschweinchen erstarren daraufhin sofort und befinden sich in höchster Alarmbereitschaft. Ursache für das "cirpen" können Stress, überforderung und Erregung sein. Meist tritt es nachts auf und kann bis zu 20 Minuten andauern.

Abschließend sei noch auf einige ungewöhnliche Lautäußerungen hingewiesen. Gibt ein Meerschweinchen ein würgendes, röchelndes Geräusch von sich und führt dabei vermehrt das Pfötchen zum Mund, kann zu hastig verschlungenes Futter zwischen die hinteren Backenzähne gelangt sein. Meist gelingt es dem Tier selbst, die Nahrung wieder auszuwürgen. Bekommen Meerschweinchen einen Schreck oder fressen zu schnell, können sie einen, dem Menschen ähnlichen, Schluckauf bekommen.

Körpersprache der Meerschweinchen

Die sehr ausgeprägte Körpersprache dient erstrangig der Verständigung der Meerschweinchen untereinander, ist jedoch auch für den Menschen spannend zu beobachten und liefert wertvolle Anhaltspunkte für ein optimales Verstehen der Tiere. Reckt das Meerschweinchen die Nase in die Luft, nimmt es Witterung auf und ist neugierig auf seine Umwelt. Beschnuppern gilt der Kontaktaufnahme und der Zuordnung von Artgenossen. Ein Anstupsen gleicht einer Bitte um Aufmerksamkeit, besonders zutrauliche Meerschweinchen werden auch ihre Menschen so um Beachtung bitten.

Meerschweinchen putzen sich in der Regel nicht gegenseitig; wird ein anderes Tier am Ohr oder Nacken abgeleckt, gilt das als Liebesbeweis oder Trostpflaster. Möchte das Meerschweinchen aber seine Ruhe haben, kann es vorkommen, dass es bei Berührung tritt oder den Kopf nach oben schlägt. Fühlen sich Meerschweinchen in neuen Terrains oder Situationen unsicher, werden sie hintereinander herlaufen. Das gibt ihnen die Stärkung und Sicherheit der Gruppe.

Knabbern Meerschweinchen häufig am Käfiggitter, kann dies Langeweile bedeuten, man sollte für mehr Abwechslung durch äste oder Höhlen in der Behausung sorgen. Meerschweinchen suchen zwar stets die Nähe der Artgenossen, kuscheln aber nicht direkt miteinander. Ausnahmen stellen Angst, Platzmangel oder wärmebedürftige Jungtiere dar. Beißt ein Meerschweinchen, tut es das verschieden intensiv und auch aus unterschiedlichen Gründen. Ein leichtes Kneifen benutzen die Meerschweinchen, um ihren Unmut auszudrücken. Stärkere Bisse gelten meist Kämpfen um die Rangordnung. Ein Festbeißen erfolgt nur bei großer Angst oder Wut.

Wollen Meerschweinchen imponieren oder drohen, dann stellen sie sich auf, heben die Vorderfüße, um größer zu wirken und klappern mit den Zähnen. Fühlen sich weibliche Meerschweinchen von den Männchen bedrängt, kann es vorkommen, dass Urin verspritzt wird. In extremen Angstsituationen erstarren die Meerschweinchen, man sollte sie dann nicht anfassen, sondern das Meerschweinchen durch leichtes Zureden und der Beseitigung der Störstelle versuchen zu beruhigen.

Liegen die Meerschweinchen dagegen mit meist geschlossenen Augen auf der Seite, fühlen sie sich vollkommen sicher und entspannt, meist gesellen sich noch mehrere Artgenossen dazu. Der schönste Beweis für eine geglückte Meerschweinchenhaltung ist das "popcornen", die Meerschweinchen fühlen sich rundum wohl, dies bekunden sie durch übermütige Luftsprünge, welche mit allen Füßchen gleichzeitig vollführt werden. Bei jungen Meerschweinchen lässt sich diese Verhaltensweise, begleitet von schnellen Zickzackläufen, am häufigsten beobachten.


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