Informationen rund ums Meerschweinchen


Meerschweinchen Kastration

Eine Kastration bei Meerschweinchen-Männchen ist nur dann sinnvoll, wenn diese mit Weibchen zusammenleben. Wird in diesen Fällen keine Kastration durchgeführt, so werden die Weibchen fortwährend schwanger und es wird sich als schwierig herausstellen, für jeden neuen Wurf Abnehmer zu finden. Leben zwei oder mehrere Meerschweinchen-Männchen zusammen und vertragen sich nicht, so wird eine Kastration hingegen nicht zu einer Verhaltensänderung führen. Die Kastration von Meerschweinchen-Weibchen soll nur bei Vorliegen eines medizinischen Erfordernisses vorgenommen werden, da diese für sie noch belastender und mit mehr Risiken behaftet ist als für Männchen.


Vorteile der Kastration

Der Vorteil der Kastration von Meerschweinchen-Männchen besteht darin, dass die mit ihnen lebenden Weibchen nicht mehr schwanger werden können. Wird ein Meerschweinchen-Männchen kastriert, nachdem es bereits ein- oder mehrmals ein Weibchen gedeckt hatte, so kann es danach leichter mit anderen Böcken zusammengebracht werden.

Zeitpunkt der Kastration

Es gibt beim Meerschweinchen zum einen die Kastration im geschlechtsfähigen Alter und zum anderen die Frühkastration im Alter von etwa drei Wochen. Bei der Frühkastration sinkt das gesundheitliche Risiko für das Meerschweinchen und es erholt sich wesentlich schneller vom Eingriff als bei einer Kastration im geschlechtsreifen Alter.

Kastration Ablauf

Die Kastration eines Meerschweinchen-Männchens erfolgt durch das operative Entfernen der Hoden. Dieser Eingriff wird von einem Tierarzt unter Betäubung durchgeführt. Bei der Auswahl des Tierarztes empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass er den Umgang mit Kleintieren gewohnt ist. Besonders in ländlichen Gebieten sind einige Praxen überwiegend auf Nutzvieh spezialisiert und haben deswegen wenig Erfahrung im Umgang mit kleineren Haustieren.

Da der Vorgang der Kastration eine Belastung für das Meerschweinchen darstellt, darf es nur in vollkommen gesundem Zustand zum Eingriff gebracht werden. Stellt ein verantwortungsbewusster Tierarzt fest, dass das Meerschweinchen an einer, wenn auch nur leichten, Krankheit leidet, so wird er den Eingriff nicht vornehmen und einen neuen Termin nach der Heilung des Meerschweinchens vereinbaren. Um die Gesundheit des Meerschweinchens zu fördern und die Strapazen des Eingriffes zu minimieren, empfehlen einige Züchter, ihm eine Woche vor dem geplanten Eingriff hohe Vitamin-C-Gaben zukommen zu lassen.

Die Operation als solche dauert in der Regel nur zwanzig Minuten; jedoch muss das Meerschweinchen zur Vermeidung möglicher Komplikationen solange unter tierärztlicher Aufsicht bleiben, bis die Wirkung der Narkose beendet ist.

Die Wunde kann genäht werden oder offen bleiben. Bei einer offen bleibenden Wunde verbessert sich einerseits die Wundheilung; andererseits steigt die Gefahr ihrer Entzündung.
Nach der erfolgten Kastration ist das Männchen noch weitere sechs Wochen zeugungsfähig, da sich solange noch befruchtungsfähige Spermien in den Samenleitern befinden können. Für diesen Zeitraum muss es noch von den Weibchen getrennt gehalten werden.

Es ist wichtig, dass der Besitzer des kastrierten Meerschweinchen-Männchens die Wunde sorgfältig beobachtet; sollte diese sich entzünden, ist sofort der Tierarzt aufzusuchen. Zudem muss darauf geachtet werden, dass kein Schmutz in die Wunde gelangen kann.

Risiken der Kastration

Eine Kastration beim Meerschweinchen ist nicht risikofrei. Sie kann in Einzelfällen sogar zum Tode des Meerschweinchens führen. Eine der Gefahren birgt bereits die Narkose. Nicht jedes Meerschweinchen verträgt diese. In Folge der Operation können sich Abszesse bilden. Für diese gibt es Behandlungsmöglichkeiten mit Antibiotika, die aber ihrerseits aufgrund möglicher Nebenwirkungen wieder eine Belastung für das Meerschweinchen darstellen. Die Wunde kann sich außerdem entzünden.

In Einzelfällen ändert das Meerschweinchen sein Verhalten und verliert den Appetit. Wenn derartige Symptome auffallen und der Tierarzt sie behandelt, ist eine Heilung im Allgemeinen wahrscheinlich. Dennoch birgt die Kastration eine Gefahr für die Gesundheit und im Einzelfall für das Leben des Meerschweinchens.

Entscheidung für oder gegen Kastration

Wer weibliche und männliche Meerschweinchen gemeinsam hält, kommt um die Kastration der Männchen kaum herum; es sei denn, er hat die Möglichkeit, alle neu geborenen Tiere in verantwortungsbewusste Hände abzugeben. Wobei zu beachten ist, dass ein Meerschweinchen-Weibchen nach einer Tragezeit von nur 63-72 Tagen bis zu sechs Jungtiere gebären kann; die häufigste Anzahl an Geburten pro Wurf beträgt 2-3 Meerschweinchen. Da der Eingriff im geschlechtsreifen Alter mit deutlich mehr Risiken behaftet ist als die Frühkastration, sollte letztere vorgezogen werden.

Ein Teil der Bevölkerung wird Meerschweinchen aber auch ohne Kastration halten: Das jüdische Religionsgesetz verbietet grundsätzlich, einem Tier dessen Sexualität zu nehmen. Ungeachtet dessen, dass auch kastrierte Männchen weiterhin Weibchen umwerben, gilt den meisten religiösen Autoritäten jede Form der Kastration als Verstoß gegen diese Regelung und sie verbieten diese.

Wer sich gegen die Kastration seiner Meerschweinchen-Männchen entscheidet und keine Abnehmer für den Nachwuchs hat, muss Männchen und Weibchen strikt getrennt halten.


´╗┐

Tierhandlungen & Z├╝chter

Woher kommt mein Meerschweinchen? - Meerschweinchen gibt es in unterschiedlichen Varianten und von vielen Anbietern. Vor dem Kauf ist zu entscheiden, von wem man sein Meerschweinchen erwerben will.

  Weitere Informationen...